vs. Lichtenrader BC


NSF Gropiusstadt - Lichtenrader BC
Datum: 01.09.12

Sportplatz: Silbersteinsportplatz

12051 Berlin

Beginn: 14:00 Uhr





SF Neukölln Rudow - Lichtenrader BC 3:2 (0:2)

 

LBC: Schmidt, Marong, Panning, Krmpotic (60. Konrad), Piegsa, Schumann (70. Pfundt), Walter (70. Wagner), Preisser (75. Silbernagel), Kluge, Jakubowski, Grunzke.

 

Ersatz: Konrad, Wagner, Pfundt, Silbernagel

 

 

 

Tore: 0:1 (22.) Grunzke, 0:2 (24.) Kluge, 1:2 (47.) Gienapp,
          2:2 (55.) Bläß (FE), 3:2 (65.) Gelhaar.

Lichtenrade verschenkte bei NSF Gropiusstadt noch einen bis zur 45. Minute ganz sicher geglaubten Sieg.

Man kann es kaum in Worte fassen. Warum, um alles in der Welt, verliert der LBC ein Spiel, in dem sie nach 45 Minuten klar mit 0:2 führten, am Ende, noch mit 3:2?

An sich ganz einfach: Der Lichtenrader BC hätte nach einer bis dahin völlig souveränen Vorstellung bei den Neuköllnern eben nicht nur mit 0:2 führen dürfen, sondern mit 0:3 oder 0:4 in Führung liegen müssen. Denn dann hätte die kollektive Schwächephase der Gäste eben nicht diese bittere Wende gebracht.
Vor dem Spiel musste Trainer Utz auf Stamm-Keeper Radünz verzichten, da dieser in Urlaub verweilt. Auch die Ersatztorhüter standen nicht zur Verfügung, so das Feldspieler und Neuzugang Schmidt sich bereit erklärte das Tor zu hüten.
Trainer Utz mahnte noch zur Vorsicht vor der schnellen Sturmreihe der Gastgeber. Allerdings sah man in der 1. Halbzeit nichts von diesen. Im Gegenteil, der LBC machte von Anfang an Druck sofort in Führung zu gehen. So gab es schon nach den ersten Minuten die ersten Chancen. Meist kamen die Neuköllner nicht mal bis zum Strafraum, da ein gestaffeltes Mittelfeld gut stand und Pässe vom Gegner abfing und auch die Abwehr sehr sicher stand. Wenn dann einmal ein Ball auf den Kasten ging, war Ersatztorhüter Schmidt auf dem Posten. Besonders Kluge glänzte im Zweikampf und konnte so immer wieder das Spiel des LBC nach vorne treiben. Es dauerte aber doch bis zur 22. Minute als der LBC in Führung ging. Nach einem langen Pass auf den schnellen Jakubowski, konnte dieser sich aus stark abseitverdächtiger Position im Laufduell durchsetzen und den freien Grunzke anspielen, der dann ungefährdet einschoss. Auch in der Nachfolgezeit das gleiche Spiel. Lichtenrade drückte auf das 0:2 was auch geschah. So war es wieder Jakubowski, der eine weite Flanke annehmen konnte und vor dem Tor uneigennützig gezielt auf Kluge passte und dieser gekonnt in der 24. Min. ins lange Eck zum verdienten 0:2 verwandelte. In der Folgezeit verflachte das Spiel etwas, allerdings hatten die Lichtenrader das Spiel jederzeit in der Hand und jeder wartete eigentlich schon auf das 0:3 für die Gäste. Leider wurde daraus aber nichts mehr, trotz drei oder vier Großchancen die man vergab. Ein schleichendes Gefühl machte sich kurz vor der Pause breit, als NSF doch noch zur Torchancen kam und der LBC nicht die Entscheidung erzwingen konnte.
Was sich im zweiten Abschnitt abspielte, kann man schlecht in Worte fassen. Ich versuche es mal so auszudrücken, NSF spielten und kämpfte Fußball und der LBC schaute lange zu. Wie ausgewechselt kamen beide Mannschaften aus der Kabine. Die Neuköllner waren jetzt bissig und peitschten sie sich lautstark nach vorne, man merkte dass sie das Spiel noch drehen wollten. Der LBC dagegen hatte den Faden total verloren. Dazu passte, dass man etwas unglücklich in der 47. Min. den 1:2 Anschlusstreffer durch Gienapp hinnehmen musste als Torwart Schmidt, der im übrigen aber eine klasse Leistung bot, eine scharfe Hereingabe von außen nicht festhalten konnte. Der eigentliche Fehler aber geschah zuvor schon im Mittelfeld, als Schumann den Ball vertändelte. Wenige Minuten später konnte der schnelle Gienapp erneut entwischen und nur durch ein Foul gestoppt werden, was in der 55. Min. zum fälligen Elfmeter führte den Bläß sicher verwandelte. Marong versuchte vergeblich das Spiel des LBC zu Ordnen was von seinen Mitspielern nicht gehört wurde und so kam es das in der 65. Min. eine Kopfballvorlage aus stark abseitverdächtiger Position ungehindert von Gelhaar aus Nahdistanz eingeschoben werden konnte. Erst jetzt wurde der LBC wach, und erspielte sich noch einige Chancen durch Kluge, Jakubowski und Grunzke, der leider die Vorgaben von Trainer Utz "den direkten Abschluss zu suchen" nicht folgte und immer wieder in bester Position den Ball meistens nach dem dritten Haken vertändelte. Hier war sicherlich der Ausgleich möglich, aber auch NSF hatte noch Möglichkeiten das Ergebnis zu erhöhen. So blieb es nach zwei unterschiedlichen Halbzeiten beim 3:2 für die Gastgeber aus Neukölln.
Fazit: Erste Halbzeit Top, zweite Halbzeit Flop. Unglückliche aber verdiente Niederlage. Auf Seiten des LBC fehlte es vor allem in der zweiten Halbzeit an Laufbereitschaft und dem absoluten Willen, diese Begegnung für sich zu entscheiden. Man hat beim Gegner gesehen, dass man mit Kampf und Wille auch gegen spielerisch starke Gegner bestehen kann. Jedoch muss der Kampf und Wille 90 Minuten anhalten. Es sollte aber auch noch erwähnt werden dass diese Partie von vielen fragwürdigen Schiedsrichter Entscheidungen geprägt war, welche ihren Höhepunkt beim 3:2 fand. Insgesamt betrachtet muss man doch von einer enttäuschenden Mannschaftsleistung sprechen wo nur Kluge in beiden Halbzeiten überzeugen konnte.